Mietwagen Kaution 2026: Höhe, Regeln & Kreditkarten-Fallen

Geprüft von Jürgen Born

Warum verlangen Autovermietungen eine Kaution?

Stell dir mal vor, du stehst am Schalter, freust dich riesig auf den Wochenendausflug mit dem fetten SUV – und der Mitarbeiter am Counter sagt dann ganz trocken: „Viel Vergnügen… hier sind die Schlüssel.“ Keine Kaution, keine Kreditkartenabbuchung, nichts. Klingt wie ein Traum, oder? Passiert aber so gut wie nie.

Fast jede Autovermietung verlangt eine Mietwagen Kaution. Im Klartext: Das passiert nicht aus Schikane, sondern aufgrund eines kalkulierten Risikos – die Vermieter müssen schlichtweg nüchtern rechnen.

Ein einziger Auffahrunfall mit 3.000 Euro Blechschaden oder ein komplett versiffter Innenraum – und der Tagesumsatz einer kleinen Station ist sofort futsch. Deshalb bleibt dieses Pfand-System einfach erhalten.

Viele glauben ja, das sei reine Abzocke. Meistens ist es das aber wirklich nicht.

Die Unternehmen wissen aus bitterer Erfahrung: Wenn jemand das Auto nicht zurückbringt, es total demoliert oder einfach abhaut, dann wollen sie wenigstens sofort etwas in der Hand haben. Ohne jahrelange Mahnverfahren, Inkasso und Gerichtstermine.

Besonders hart trifft es junge Fahrer unter 25 oder Leute ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Da wird die Kaution Leihwagen oft deutlich höher angesetzt – manchmal 1.500 statt der üblichen 500 Euro.

Das ist keine Willkür, sondern schlichte Mathematik. Die Branche kennt ihre Zahlen: In diesen Gruppen passieren einfach häufiger Schäden. Punkt.

Und ja, es gibt leider auch die richtig fiesen Fälle. Leute, die mit Absicht den Lack zerkratzen, den Innenraum vollkotzen oder sogar ernsthaft versuchen, das Fahrzeug weiterzuverkaufen. Solche Storys sind zum Glück selten – aber wenn so etwas passiert, reicht ein einziger Vorfall, um eine kleine Filiale komplett in die Knie zu zwingen.

„Warum bietet ihr nicht einfach Vollkasko ohne Selbstbeteiligung an und gut ist?“, hört man oft. Klingt logisch, ist aber teuer.

Sobald man die Selbstbeteiligung komplett streicht, schießen in der Praxis die Versicherungsprämien durch die Decke. Für den Vermieter wird’s unbezahlbar. Deshalb bleibt die Kaution für fast alle der deutlich günstigere Weg – und solange nichts passiert, kriegst du dein Geld ja wieder zurück.

Mittlerweile gibt’s de facto ein paar Anbieter, die mit „ohne Kaution” werben. Meistens steckt aber eine clevere Umgehung dahinter: Du zahlst vorher eine Gebühr (oft so 10-15 % vom Mietpreis) an eine externe Plattform, und die übernimmt dann das Risiko für den Vermieter. Praktisch, keine Frage – aber eben auch nicht wirklich umsonst.

Wenn du also das nächste Mal am Schalter stehst und plötzlich 1.200 Euro Blockierung auf deiner Kreditkartenabrechnung siehst, dann ist das kein willkürlich ausgedachter Betrag. Dahinter stecken jahrelange Schadensstatistiken, haufenweise Gerichtsverfahren und jede Menge negative Erfahrungen mit Menschen, bei denen Vertrauen leider teuer zu stehen kam.

Ätzend, klar. Aber irgendwie auch verständlich.

Und mal ehrlich: Lieber zwei Wochen lang 1.000 Euro blockiert zu haben, als hinterher selbst 4.000 Euro nachzuzahlen, nur weil irgendein Idiot mit dem Leihwagen gegen die Leitplanke geknallt ist und sich dann aus dem Staub gemacht hat. Wenn man genau hinschaut, so betrachtet schützt die Kaution am Ende sogar ein bisschen dich selbst.

🚗 Jürgens Kreditkarten-Warnung

„Leute, passt auf! Viele Banken geben euch heute nur noch Debitkarten (da steht ‚Debit‘ drauf). Die Autovermieter am Schalter hassen die Dinger. Oft wird die Buchung eiskalt abgelehnt, auch wenn 5.000 Euro auf dem Konto sind. Besorgt euch für den Urlaub eine hochgeprägte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen, sonst bleibt ihr am Flughafen stehen!“

Wie wird die Kaution beim Mietwagen hinterlegt?

Okay, du weißt jetzt, weshalb die Autovermietung überhaupt eine Kaution verlangt. Aber der wirklich unangenehme Teil kommt erst: Wie kriegst du das Geld eigentlich hinterlegt?

In fast allen Fällen läuft das ausschließlich über eine Kreditkarte. Keine Girocard, kein Bargeld, keine spätere Überweisung – die wollen eine echte Kreditkarte, auf der dein Name steht und die genug Luft nach oben hat.

Stell dir vor, du stehst voller Vorfreude da, hast im Kopf vielleicht 800 Euro Kaution und plötzlich tippt der Mitarbeiter 1.200 Euro ein, weil der Wagen doch eine andere Kategorie hat. Dein Limit ist aber nur bei 950 Euro.

Zack, peinliche Stille am Schalter. Deshalb schau vorher wirklich nach, wie viel Spielraum deine Karte aktuell noch hat.

Manche Leute sagen sich: „Dann buch ich halt ohne Kaution!“ Ja, das gibt’s in der Realität. Einige Anbieter werben richtig dick mit „Mietwagen Kaution komplett ohne Kaution‚.

Nur kostet dich das meistens richtig happig – oft 15 bis 30 Euro pro Tag extra. Da musst du schon genau rechnen, ob sich das für dich wirklich rechnet oder ob du am Ende draufzahlst.

Das mit der Kreditkarten-Blockierung läuft übrigens so: Das Geld wird nicht abgebucht. Es wird nur reserviert.

Deine Bank parkt den Betrag quasi ein, bis das Auto wieder zurück ist. Normalerweise dauert die Freigabe 7 bis 14 Tage – bei manchen Banken aber auch deutlich länger.

Wenn du richtig Pech hast, hängt das Geld wochenlang fest. Ich kenne jemanden, der musste in der Realität seinen Dispokredit anzapfen, weil die Kaution erst nach 23 Tagen wieder verfügbar war. Das geht richtig auf die Nerven.

Und ja – ganz selten gibt es tatsächlich noch Vermieter, die Bargeld akzeptieren. Meistens auf kleinen Inseln oder bei richtig urigen lokalen Anbietern.

Aber selbst dann bekommst du oft nur einen Teil bar zurück und den Rest irgendwann überwiesen. Richtig viel Aufwand für wenig Komfort.

Ein Tipp, den ich aus bitterer Erfahrung weitergeben kann: Nimm immer zwei Karten mit. Eine extra für die Kaution, eine für Benzin, Essen, Notfälle.

Ehrlich gesagt, wenn die erste Karte plötzlich nicht mitspielt oder das Limit doch zu knapp ist, stehst du wenigstens nicht komplett blöd da. Klingt vielleicht paranoid – hat mir aber schon zweimal den Urlaub gerettet.

Bei den ganz großen Ketten darfst du mittlerweile teilweise auch Debitkarten benutzen. Allerdings nur, wenn du entweder noch eine saftige Bar-Kaution drauflegst oder eine teure Zusatzversicherung abschließt. Die Regeln ändern sich dauernd, deshalb lohnt es sich echt, den Mietvertrag durchzulesen – auch die ganzen Sternchen und Kleingedrucktes unten.

Und noch so ein kleiner Profi-Trick: Wenn du schon mal am Schalter stehst, mach schnell ein Foto vom unterschriebenen Vertrag und vom Display des Kartenterminals, wo die Blockierung steht. Dauert wirklich nur fünf Sekunden und erspart dir hinterher tonnenweise Diskussionen und Sucherei.

Am Schluss ist es immer dasselbe: Die Vermieter wollen sich absichern, du willst einfach nur entspannt losfahren. Mit der richtigen Vorbereitung und einer Karte, die wirklich mitspielt, geht das in den meisten Fällen erstaunlich glatt über die Bühne. In den meisten Fällen.

Höhe der Kaution bei Hertz, Sixt & Co.

AutovermietungTypische Kaution (Kompakt)Besonderheiten & Fallen
Sixt300 € – 500 €Sehr streng bei Debitkarten; Oberklasse oft ab 1.000 €+.
Hertz250 € – 400 €An Flughäfen oft pauschale Blocks (bis 1.000 €) unabhängig vom Auto.
Europcar300 € – 600 €Oft kulanter bei Stammkunden; Kaution sinkt bei teuren Schutzpaketen.
Avis / Budget200 € – 500 €Häufige Angebote „Ohne Kaution“ bei Online-Vorauszahlung (Prepaid).
Lokale AnbieterVarriert starkManchmal Bargeld möglich, aber Vorsicht bei der Rückgabekontrolle!

*Hinweis: Die Beträge sind Richtwerte (Stand 2026) und hängen stark von Standort, Alter und Versicherungsschutz ab.

Okay, du weißt jetzt, wie das Geld wirklich bei der Autovermietung landet – und genau jetzt kommt der Teil, bei dem vielen Leuten echt mulmig wird: Wie viel wird eigentlich blockiert?

Bei den großen Ketten – Sixt, Hertz, Avis, Europcar und so weiter – bewegt sich die Kaution normalerweise irgendwo zwischen 200 und 1.800 Euro. Das ist schon eine ziemlich krasse Spanne, oder? Genau da liegt nämlich der Hase im Pfeffer.

Bei Sixt zum Beispiel ist es bei den ganz normalen Autos – Corsa, Polo, Golf, A3 und Konsorten – meistens so 300 bis 500 Euro. Aber sobald du in die schickeren Klassen rutscht, also BMW 3er, ein ordentlicher SUV oder so was, klettert das schnell auf 800 bis 1.200 Euro.

Fakt ist: Bei den richtig teuren Cabrios, Sportwagen oder den fetten Luxuskarossen? Da darfst du problemlos mit 1.500 Euro und teilweise deutlich mehr rechnen.

Hertz spielt das Spiel ähnlich, aber irgendwie noch etwas chaotischer. Bei den kleinen Economy- und Compact-Klassen siehst du oft 250 bis 400 Euro.

Kommst du aber in die Fullsize- oder Premium-Klasse, sind 700 bis 1.000 Euro schnell auf der Karte. Besonders fies wird’s an manchen Flughafen-Stationen: Da knallen die einfach pauschal 1.000 Euro drauf – egal ob du ’nen Kleinwagen oder ’nen SUV holst. Weil sie’s halt können.

Europcar wirkt im Vergleich gerade fast schon zahm. Bei vielen Fahrzeugen kommst du mit 300 bis 600 Euro davon.

Aber pass auf: Wenn du über einen Vermittler oder eine dieser „Null-Kaution“-Apps buchst, stehst du am Schalter plötzlich doch wieder mit 500 Euro Blockierung da. Da kann man nur bitter lachen.

Der springende Punkt, den echt jeder checken sollte: Die Kaution hängt fast nie nur vom Wert des Autos ab. Unterm Strich ist viel entscheidender, wie alt du bist, wie lange du schon den Führerschein hast und ob du noch jemanden mit einträgst. Unter 25?

Das Entscheidende ist: zack, plus 200 bis 500 Euro extra. Weniger als drei Jahre Führerschein? Nochmal locker 200 Euro on top. Das addiert sich richtig fies.

Ein Kumpel von mir hat letztes Jahr in München bei Sixt einen Audi Q5 geholt. 32 Jahre, 8 Jahre Führerschein, keinerlei Zusatzfahrer – Kaution 750 Euro.

Genau derselbe Wagen, dieselbe Station, aber ein 23-Jähriger mit gerade mal frischem Schein? 1.400 Euro. Der arme Junge hat nur noch genuschelt.

Und was ist jetzt mit diesem ganzen „Mietwagen ohne Kaution“-Gequatsche? Ja, das gibt’s wirklich – aber fast nur bei kleinen lokalen Anbietern oder bei ganz speziellen Sonderaktionen der Großen.

In der Praxis, meistens musst du dafür allerdings eine Vollkasko mit winziger oder gar keiner Selbstbeteiligung dazubuchen. Und die schlägt dann gerne mal mit 15 bis 30 Euro pro Tag extra zu Buche. Da muss man echt mal durchrechnen, ob sich das überhaupt lohnt.

Ein Tipp aus der Praxis, der echt Gold wert ist: Schau dir immer die genauen Konditionen genau dieser einen Station an – nicht nur die allgemeinen Geschäftsbedingungen der ganzen Kette. In Berlin oder Hamburg sind die Beträge oft deutlich humaner als auf Mallorca, Sylt oder an den großen Flughäfen in der Hochsaison.

Und am besten fragst du schon bei der Buchung direkt nach der exakten Summe. Wer da schweigt, zahlt am Ende meistens richtig drauf.

Fazit also: Plane mit mindestens 300 Euro als unterer Grenze und bis zu 1.800 Euro als realistischem Maximum. Kurz gesagt: Je teurer das Auto und je jünger du bist, desto höher wird’s. Und denk immer dran: Das Geld ist erst mal weg – bis du den Wagen unbeschadet wieder abgibst.

Wie hoch ist die Kaution normalerweise bei einem Mietwagen in Deutschland?

Bei den meisten großen Anbietern liegt die Kaution zwischen 500 und 1.200 Euro – je nach Fahrzeugklasse. Kleinwagen und Kompaktklasse oft um die 500–800 €, SUVs und Vans eher 1.000–1.500 €. Bei Fahrern unter 25 oder bei sehr teuren Modellen kann es auch deutlich drüber liegen.

Kann man die Mietwagenkaution bar oder per EC-Karte hinterlegen?

Nein, fast nie. Die allermeisten Vermieter akzeptieren ausschließlich eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers. Bargeld, EC-/Debitkarte oder Überweisung wird in der Praxis so gut wie nie akzeptiert – außer bei ganz wenigen lokalen Anbietern.

Warum wird die Kaution manchmal so viel höher bei jungen Fahrern?

Weil die Schadensstatistiken bei unter 25-Jährigen leider klar schlechter aussehen. Die Vermieter kalkulieren einfach mit höherem Risiko – deshalb verlangen sie oft 1.000–2.000 € statt der üblichen 500–800 €. Ätzend, aber statistisch nachvollziehbar.

Was passiert mit der Kaution, wenn ich das Auto unbeschädigt zurückbringe?

Die Kaution (bzw. der Blockbetrag auf der Kreditkarte) wird normalerweise innerhalb von 2–14 Tagen automatisch freigegeben. Manche Anbieter sind schneller (2–5 Tage), bei anderen dauert es echt quälend lange. Wichtig: Immer die Rückgabe mit dem Mitarbeiter zusammen kontrollieren und Fotos machen.

Gibt es wirklich Mietwagen komplett ohne Kaution?

Ja, aber fast nie wirklich „ohne“. Meistens zahlst du stattdessen vorher eine Gebühr (ca. 10–20 % des Mietpreises) an eine externe Versicherungsplattform, die dann für den Vermieter das Risiko übernimmt. Es ist also keine echte Null-Kaution, sondern eine andere Art, das Geld vorher zu kassieren.

Kann der Vermieter einfach Geld von der Kaution abziehen, wenn er meint, es gäbe einen Schaden?

Nein, nicht einfach so. Er muss den Schaden nachweisen – idealerweise mit Fotos, Protokoll und ggf. Gutachten. Wenn du nicht einverstanden bist, kannst du widersprechen und im Zweifel die Sache über die Kreditkartenfirma oder einen Anwalt klären. Deshalb immer bei Rückgabe alles schriftlich festhalten. Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Vermieter die Freigabe der Kaution im Rückgabeprotokoll vermerkt.

Rechtlicher Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Prüfung übernimmt der Autor keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Im Einzelfall wird empfohlen, einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Mieterverein zu konsultieren.

Jürgen Born
Über den Experten

Jürgen Born

Jürgen Born ist spezialisierter Experte für deutsches Mietrecht mit Fokus auf Mietkautionsmanagement. Seit über 15 Jahren berät er Mieter und Vermieter bei rechtlichen Fragestellungen rund um Kautionsrückzahlungen, rechtssichere Mietverträge und Immobilienbewertungen.

Spezialgebiete: Mietkaution, Mietrecht & Immobilienrecht.

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